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Silke Beiler

Rechtsanwältin
Fachanwältin für Verkehrsrecht

Anfrage

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26.08.2015

Verkehrsrecht / Schadensabrechnung

Der BGH beschäftigte sich in der aktuellen Entscheidung vom 02.06.2015 (VI ZR 387/14) mit einer Abrechnung auf Reparaturkostenbasis, obwohl die geschätzten Reparaturkosten weit über 130 % des Wiederbeschaffungswertes lagen (Wiederbeschaffungswert: 1.600 €, Restwert 470 €; Reparaturkosten lt. Gutachten brutto 2.973,49 €, tatsächliche Reparatur 2.079,79 €). Der BGH hat die Klage auf Zahlung der aufgewandten Reparaturkosten abgelehnt und die erfolgte Abrechnung auf Totalschadensbasis (1.600 € ./. 470 € = 1.130 € - Wiederbeschaffungsaufwand) bestätigt. Wenn zwar eine Reparatur innerhalb der 130 %-Grenze vorgenommen wurde (hier ohnehin nur sehr knapp), diese aber nur optisch mangelfrei und nicht entsprechend den Vorgaben des Gutachtens erfolgt ist (u.a. kein Austausch weiterer Zierleisten und des Kniestücks) bleibt es dabei, dass nur auf der Basis eines wirtschaftlichen Totalschadens abgerechnet werden kann.

Die Frage, ob der Geschädigte Ersatz von Reparaturkosten verlangen kann, wenn er es entgegen der Einschätzung des Sachverständigen geschafft hat, eine fachgerechte Reparatur entsprechend der Vorgaben des Gutachtens innerhalb der 130 % Grenze durchzuführen, musste der BGH daher nicht beantworten.

 

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