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Uwe Human, LL.M.

Rechtsanwalt
Fachanwalt für Versicherungsrecht

Anfrage

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22.01.2016

Frostschaden im Ferienhaus

Das OLG Oldenburg hat einen Gebäudeversicherer verurteilt, dem Versicherungsnehmer den in einem Ferienhaus durch frostbedingtes Platzen von Leitungen eingetretenen Schaden ungekürzt zu ersetzen.

Der Versicherungsnehmer hatte im Winter 2011/2012 seine Heizung – Baujahr 2009 – während seiner Abwesenheit im sog. Ferienmodus betrieben und die Ventile an den Heizkörpern auf Stufe 1 bzw. zwischen der Stufe 1 und der Sternstellung eingestellt. Das Wochenendhaus sei durch ein befreundetes Ehepaar regelmäßig zweimal pro Woche kontrolliert worden, wobei auch auf die Funktionsfähigkeit der Heizungsanlage geachtet worden sei. Die Heizung fiel aus und bedingt durch starken Frost kam es zum Einfrieren von Leitungen, die platzten und Wasseraustritt.

Der Versicherer regulierte den Schaden nur zu 50%. Er ging von einer Obliegenheitsverletzung aus, da er eine hinreichende Kontrolle der Heizung bestritt und die vorgenommene Einstellung an den Ventilen für ungenügend erachtete. Das Landgericht hatte nach Beweisaufnahme der Klage teilweise stattgegeben, die Berufung des Versicherungsnehmers hatte Erfolg.

Das OLG verneint eine Obliegenheitsverletzung. Das Ferienhaus war ausreichend beheizt und gegen Frost gesichert, da im Ferienmodus eine Frostsicherung enthalten und die Stellung der Ventile nicht zu beanstanden sei. Auch hat eine ausreichende Kontrolle der Heizungsanlage stattgefunden. Bei einer erst 2009 errichteten Anlage sei 2011/2012 eine zweimalige Kontrolle pro Woche ausreichend. Es besteht keine Obliegenheit, die Kontrolle so häufig durchzuführen, dass bei einem plötzlichen, nicht vorhersehbaren Ausfall der Anlage ein Frostschaden vermieden werden kann.

OLG Oldenburg,  Urteil vom 23.12.201 - 5 U 190/145

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